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30.01.11

Mammatumore
bei der Hündin

Neubildungen im Brustdrüsengewebe (Mammatumore) gehören zu den häufigsten Tumorerkrankungen bei Hündinnen. Betroffen sind überwiegend ältere Tier.

Wenn der Tierhalter nicht schon beim Streicheln, Baden oder der täglichen Pflege seiner Hündin auf Veränderungen in der Milchleiste aufmerksam geworden ist und deshalb sein Tier in der Tierarztpraxis diesbezüglich vorstellt, werden Brusttumore am häufigsten während der alljährlichen Impfung, im Rahmen der Allgemeinuntersuchung entdeckt.

Regelmässige Kontrolle durch den Tierbesitzer garantieren, dass Neubildungen bereits in der Entstehungsphase ertastet  und entdeckt werden.

Fakten:
** 52 % aller Neubildungen bei der
     Hündin gehen von der Milchdrüse
     aus.
** Das Durchschnittsalter der be-
     troffenen Hündinnen beträgt ca.
     9 Jahre.
** 62 % der Mammatumoren ent-
     wickeln sich in den hintersten
     zwei Zitzenpaaren.
** Bei Hündinnen, die regelmässig
     scheinträchtig werden, ist das
     Mammatumorrisiko etwas leicht
     vermindert.
** Trächtigkeiten haben keinen Ein-
       fluss auf die Mammatumor    inzi-
     denz.
** Wiederholte Behandlungen mit
     gewissen Progestagenen zur
     Unterdrückung der Läufigkeit
     dagegen erhöhen das Risiko.
** Die Größe eines Tumors sagt
     leider nichts über seine Gefähr-
     lichkeit aus.
** Die Annahme ist falsch, dass ein
     bösartiger Tumor (bei einem
     rechtzeitigen Eingriff) unweiger-
     lich zum Tode führen muss.

Symptome:
Mammatumore können einzel oder vielfach auftreten und variieren im Durchmesser von 0,5 bis 10 cm. Bei der Untersuchung erweisen sie sich als nicht schmerzhafte Umfangsvermehrungen von meist derber Konsistenz mit glatter oder unregelmässig höckriger Oberfläche.
Die medizinische Einteilung der Tumore in gut- und bösartig bezieht sich u.a. auf die Wachstumsmöglichkeiten der Geschwulst.
Im allgemeinen sind aber kleine, langsam wachsende Tumore, welche von verschiebbarer Haut bedeckt sind und nicht fest auf das Bauch- bzw. Brustmuskulatur aufsitzen, als gutartig zu beurteilen. Bösartige Tumore entwickeln sich in der Regel schneller, sie wachsen häufig in angrenzendes Gewebe ein wie das Wurzelgeflecht eines Baumes und sie können somit Tochergeschwülste (Metastasen) über die Blut- und Lymphgefässe im ganzen Körper verstreuen.
Mehr als die Hälfte aller Brusttumore der Hündin erweisen sich bei Betrachtung des entfernten Gewebes unter dem Mikroskop als bösartig. Ganz wichtig ist, dass vor einem operativen Eingriff die Hündin auf das Vorhandensein von Lymphknoten- und Lungenmetastasen untersucht wird. Dazu wird je ein links- und rechts laterolaterales Röntgenbild des Thorax angefertigt.

Was könnte bei Ihrer Hündin das Auftreten von Brusttumoren verhindern?

Eine frühzeitig durchgeführte Kastration.

Das Risiko im Laufe des Lebens an einem Brusttumor zu erkranken beträgt für Hündinnen, die vor der ersten Läufigkeit kastriert werden nur 0,05 %.

Erfolgt die Kastration erst nach der ersten Läufigkeit, so erhöht sich das Tumorrisiko bereits auf 8 %.

Bei Kastration nach der zweiten Läufigkeit sogar auf 26 %.

Sprechen Sie rechtzeitig mit Ihrem Tierarzt