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30.01.11

G i a r d i e n

einer der wichtigen  D u r c h f a l l e r r e g e r  beim Hund

Giardien sind weltweit verbreitete Darmparasiten, die beim Menschen und zahlreichen Tierarten  - einschließlich  dem “Hund”  vorkommen.

Giardien sind in den westlichen industrialisierten Ländern die häufigsten Darmparasiten beim Menschen. Insbesonders bei Kindern kann eine Infektion zu heftigen Durchfällen, Erbrechen, Mangelernährung und Wachstumsstörungen führen.

Infizierte Hunde können an Erbrechen und hartnäckigen Durchfällen mit schleimigen, gelegentlich auch mit blutigem Kot leiden.

Manche Hunde zeigen aber auch keinerlei Auffälligkeiten, obwohl sie die Erreger massenhaft mit dem Kot ausscheiden.

Die Ansteckung erfolgt jeweils durch den Verzehr von unsachgemäss zubereiteter Rohkost oder durch Trinken von verschmutztem Wasser. Im Darm kann es dann zu einer starken Vermehrung der Giardien kommen, was zu einer Schädigung der Darmschleimhaut und damit zu Durchfällen führt. Mit dem Stuhl werden grosse Mengen der Parasiten wieder in die Umwelt ausgeschieden, so dass in Gebieten mit schlechten hygienischen Verhältnissen das Ansteckungsrisiko sehr groß ist.
Aufgrund einer Statistik wurde festgestellt, dass in bestimmten Regionen bis zu 20 % der Hunde mit Giardien befallen sind und diese natürlich auch dementsprechend mit dem Kot wieder ausgeschieden werden. Diese Ausscheidungsstadien bleiben an Pflanzen und Gegenständen im Umfeld hängen oder können ins Wasser oder Pfützen gelangen - und schon beginnt erneut die Gefahr von einer Infizierung.

Die Giardien besitzen eine Art Saugnapf mit welchem sie sich an der Darmwand ihres Wirtes festhalten können. Deutlich sichtbar sind die bleibenden Abdrücke im Darm, wenn sich die Giardien wieder ablösen.

Die Form der Giardien erinnert leicht an eine Birne.
Die zwei “Augen” sind in Wirklichkeit Zellkerne mit den Erbinformationen.

Inwiefern der Hund eine Ansteckungsquelle für den Menschen darstellt, ist noch nicht ganz geklärt. Die Möglichkeit einer Übertragung besteht ganz sicher, jedoch scheint die Anteckung von Mensch zu Mensch und von Hund zu Hund weit häufiger aufzutreten. Interessant ist, dass bei den meisten Individuen die Giardien nach kurzer Zeit von selbst wieder verschwinden. Es gibt jeoch verschiedentlich Patienten (Hunde und Menschen), welche diese Parasiten nicht zu eliminieren vermögen. Hier scheinen verschiedene ungünstige Faktoren gleichzeitig einzuwirken um die Abwehrmöglichkeiten des Darmes abzuschwächen.Obwohl es Medikamente gegen die Giardien gibt, hilft bei diesen Patienten die Therapie oftmals nur kurzfristig und die Erreger treten schon bald wieder auf. Da es aber wichtig ist, gerade bei diesen Patienten die Ausscheidung der Parasiten möglichst gering zu halten, müssen sie regelmässig behandelt werden.

Bei Hunden sollte ein hartnäckiger Durchfall, eventuell verbunden mit Erbrechen, der Auslöser für eine Abklärung auf Giardien sein. Für den Nachweis dieser Parasiten benötigt der Tierarzt einhaselnußgroßes Stück Kot, welches in eine spezielle Fixierlösung gelegt wird. Um die Parasiten im Mikroskop finden zu können, muß zusätzlich ein Anreicherungsverfahren durchgeführt werden. Diese Methode ist recht empfindlich, kann also bereits kleine Mengen des Parasiten nachweisen. In der Humanmedizin werden jedoch häufig auch Proben direkt aus dem Dünndarm entnommen, oder es wird versucht, Stoppwechselprodukte der Giardien im Stuhl nachzuweisen. Beide Methoden sind sehr empfindlich, werden aber in der Veterinärmedizin aufgrund des größeren Aufwandes und der hohen Kosten nur selten durchgeführt.

Das für die Behandlung gegen Giardien beim Hund wirksame Präparat wirkt gleichzeitig auch gegen Würmer und kann somit optimal im Rahmen der routinemäßigen Entwurmung des Hundes eingesetzt werden.

Sprechen Sie bitte Ihren Tierarzt bei Ihrem nächsten Besuch in der Praxis auf Giardien und deren Behandlung oder Vorbeugung an.